Krankheitsbild: notorische Faulheit

Faulheit und Motivationsstörungen sind ernstzunehmendere probleme als man zunächst glauben möchte. Nehmen wird das natürlich fiktive und frei erfundene beispiel einer studentin, die gerade einmal vor 2 1/2 Wochen ihr Studium angefangen hat, um uns das Krankheitsbild zu verdeutlichen.

Nach eigenen Angaben und den von Familienangehörigen, leidet die Betroffene seit ihrer Einschulung unter Faulheit. Das führte dazu, dass sie sich durch diese Krankheit ihr Abi mächtig versaut hat und darum auch nicht studieren konnte, was sie eigentlich wollte. Statt Germanistik muss sie nun zusätzlich zu Philosophie, kath. Theologie studieren, da dies das einzige NC-freie Fach war. Die besondere Tragik liegt dabei darin, dass die Betroffene sehr, sehr ungläubig ist und Kirche und Christentum nahe zu verachtet. Ein Debakel, wie man sich also vorstellen kann. Und sollte man nun eigentlich davon ausgehen, dass die Betroffene aus diesem Schicksalsschlag nun 2 Stunden die Woche mit Bibelkunde eine Gehirnwäsche verabreicht zu kriegen und dicht gedrängt unter lauter Gläubigen zu sitzen, gelernt hat und ihrer Faulheit den Kampf angesagt hat, irrt man. Hausaufgaben hat sie in der ganzen Zeit nicht einmal gemacht, zur Theologie Veranstaltung ist sie lediglich einmal erschienen und auch ansonsten hat sie in den letzten 2 Wochen schon 3 mal gefehlt, so auch heute. Es ist nicht so, dass die Betroffene unter spätpubertären Schüben leidet und es ultracool findet nicht zur Uni zu gehen, prinzipiell würde sie ja schon gerne hingehen, ist doch ihr Ziel damit berühmt zu werden, den Existentialismus wie ihn Sartre begründetet weiterzuführen. Aber es ist ihr aufgrund der Krankheit beispielsweise nicht möglich, bereits um 8:38 wach zu sein, geschweige denn es bis zu diesem Zeitpunkt zum Bahnhof geschafft zu haben. Böse Viren halten sie in ihrem Bett fest, verhindern jeden Bewegungsablauf der dazu führen könnte, dass sie sich aufrichtet und das Bett verlässt, stattdessen kommt sie nicht dagegen an, sich noch einmal rumzudrehen und in einen Tiefschlaf zu verfallen , der dann erst gegen Mittag endet, wenn die Vorlesung längst vorbei ist. Ebenfalls schafft sie es nicht, genug Motivation dazu aufzubringen, eine Hausaufgabe über Platon fertigzustellen, denn durch die Krankheit flüstern ihr mysteriöse Stimmen irgendwo in ihrem Kopf zu " So ein Scheiß, Platon interessiert dich nicht. Du bist hier wegen Sartre und Nietzche" und bevor sie diese bösen Zeilen oder ähnliche gar noch zu Papier bringt, lässt sie es lieber ganz sein und widmet sich anderen Dingen, essen oder rauchen zum Beispiel. Ein weiteres Symptom ist, dass es der Betroffenen gelingt während der Vorlesung in eine Art Trance zu verfallen. Sie starrt minutenlang regungslos vor sich auf den Boden, man glaubt sie schläft, doch die Augen sind geöffnet. Erst nach mehrmaligem Ansprechen ihrer Tischnachbarn kann sie zurück in die Realität geholt werden.

Sie sehen, hier besteht Handlungsbedarf, wir fordern eine wirksame Therapie gegen Faulheit oder noch besser ein Entgegenkommen von Unis, Schulen und Arbeitgebern, da Millionen Menschen auf der ganzen Welt der Krankheit zum Opfer gefallen sind. Dieses Entgegenkommen könnte dann darin bestehen, dass es die Inhalte von Vorlesungen auf Hörspielkassetten für zuhause gibt zu Musik aus ansprechenden Genres wie Hardrock, Psychedelic, Grunge oder Metal vertont. Ein viel effektivere Maßnahme zu lernen, wie wir glauben.  Vorlesungen und Seminare mit so unentspannten Dingen wie Anwesenheitslisten oder Hausaufgaben sollten in Zukunft nur noch auf freiwilliger Basis für besonders eifrige Zeitgenossen, die eindeutig in der Minderheit sind, angeboten werden. Forderung: Schluss mit der Diskriminierung fauler Menschen!

31.10.07 15:29

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