Akute Hypochondrie

ich glaub ich werd krank oder vielmehr ich glaube ich habe bereits eine heimtückische krankheit in mir. ich bin immer müde, mein kopf tut weh, mein rücken tut weh, mein kreislauf ist unmunter, mein rücken schmerzt und ich huste als würde mir jeden moment meine lunge rausfliegen. und nein, das ist nicht der normale raucherhusten denn ich schon ne weile mit mir rumschleppe. und hunger hab ich auch nicht und den hab ich sonst immer. vielleicht hab ich ne lungenentzündung, wobei in meinem klugen und vielbenutzten buch "medizin für jedermann" steht, dass ich dann fieber hätte und ich habe gemessen - das ist nicht der fall. vielleicht hab ich auch irgendwelche komischen mangelerscheinungen, vitamine und so oder mal wieder eisen, das bekommt man schnell wenn man tierleichen und so meidet, das würde auch meine gigantische antriebslosigkeit erklären. wobei mich ja auch wie immer der grausame gedanke plagt, dass ich eine viel schlimmere krankheit haben könnte, krebs oder was das noch nicht einmal entdeckt worden ist. ich könnte zum arzt gehen um alle zweifel auszuräumen? nein, eben nicht. ich habe für einen hypochonder untypischerweise eine phobie vor ärzten, krankenhäusern und ähnlichen instituten. ich kriege schon panik wenn ich bloß so ein schild "krankenhaus" lese oder an einem vorbeifahre. also werde ich abwarten müssen, bis es wieder verschwindet und hoffen, dass es nicht schlimmer wird. provisorisch schon mal vitamintabletten jeglicher art einwerfen. vielleicht ist es ja auch bloß eine herbstdepression, die sich weniger auf mein gemüt - denn dem gehts erstaunlicherweise ganz gut- als auf meinen körper niederschlägt. ich bin und bleibe besorgt

19.11.07 20:12, kommentieren

Merkwürdige Beobachtungen, Teil 1

Jeden Tag fahre ich mit der grandiosen Deutschen Bahn zur Uni und da Dortmund ja im Vergleich zu Ense schon eine Wahnsinnsmetropole ist sieht man da allerhand Menschen, was schon schlimm genug ist. Dabei ist mir in letzter Zeit aufgefallen, dass jeder zweite dieser Menschen ein schmuckes Palituch um den Hals trägt und fragte mich was da los sei. Kannte man Palitücher bislang eher von pseudoalternativen Kindern, die, einem schweren Irrtum verfallen, glaubten dieses Tuch in Verbindung mit einem H+M Parka und einer Jeans die das ein oder andere Loch aufweist mache aus ihnen einen Punk, tragen es mittlerweile auch Menschlein die man in alle möglichen anderen Schubladen stecken könnte - “HipHoper“, “Checker“ “Tussis“. Palituch in Verbindung mit eleganten Lederstiefelchen, in die man ja bekanntlicherweise seine Hose zu stecken hat. Seltsam wie ich finde. Nirgends ist man mehr vor diesem Tuch sicher, in allen Farbvarianten baumelt es nahe zu jedem vom Hals. Warum? Hat irgendeine trendige Zeitung verbreitet das sei der neue Herbsttrend? Sind irgendwelche Popsternchen mit diesem Tuch geknipst worden und sofort müssen es alle nachkaufen? Will sich die Regierung für ein befreites Palästina einsetzen und hat alle Bürger aufgefordert sich dafür das passende Tuch zu kaufen? Oder sind diese Leute alle Nazis und tragen dieses Tuch als antisemitisches Symbol gegen den Staat Israel? Finden diese Leute es gut, dass das Tragen dieses Tuches in Arabien unter Strafandrohung durchgesetzt wurde und finden das ne dufte Sache? Irgendwas muss es damit doch auf sich haben.
Aber ich tippe einfach mal darauf, das irgendwer irgendwo verbreitet hat, dass das ein unglaublicher Trend ist, den man nicht verpassen darf und da ist es ja auch mal scheiß egal ob ich was um meinen Hals trage, das eigentlich eine Bedeutung und eine Geschichte hat von der ich aber überhaupt keinen Plan habe und die ich auch geschickt ignorieren würde, wenn ich sie denn kennen würde, Hauptsache man ist trendy.  Ich wäre ja mal für die Einführung des Trends “Gehirn”.

1 Kommentar 13.11.07 19:26, kommentieren

Konsequenz

Konsequenz ist sicherlich eine viel gerühmte Eigenschaft. Doch ich stehe diesem Lobgesang darauf etwas verwirrt gegenüber.

All zu große Konsequenz ist der pure Ausdruck von Sturheit. All zu konsequente Menschen sind wie Mauern. All zu konsequente Menschen sperren sich selber ein. Und: Sie sind arrogant, weil sie sich maßlos viel auf ihre Standhaftigkeit einbilden.

Ich glaube, all zu konsequente Menschen verpassen eine Menge Möglichkeiten und schöne Momente, vielleicht auch eine Menge Enttäuschungen und sinnlose Lethargie. Aber wer aus irgendeiner Überzeugung heraus niemals das Risiko eingeht, auch und vielleicht sogar prozentual häufiger letzteres zu erfahren, weil er sich in purer Selbstüberschätzung für allwissend und scheinbar des in die Zukunft Sehens mächtig hält, hat auch keine Chance auf die zuerst genannten Dinge. Stattdessen sitzt er dann in seinem Kämmerchen und kann sich selbst einen Orden verleihen, wie viel Rückgrad er mal wieder bewiesen hat und wartet schadenfroh nur darauf, dass jemand mit dem Bericht über eine negative Erfahrung, die aus seiner zu verteufelnden Inkonsequenz resultierte, zu ihm kommt, damit er dann abschätzig sein Haupt über ihn erhebend sagen kann "Tja, du wolltest ja nicht auf mich hören."

All zu konsequente Menschen bauen sich ein Gefängnis aus ihren eigenen Überzeugungen. Ihnen ist es nicht möglich über ihren eigenen Schatten zu springen, sie sind nie eines besseren belehrbar, da sie in dem Irrglauben leben, absolutes Wissen zu haben, dabei kann niemand absolutes Wissen haben, sie können ihr einmal möglicherweise fälschlich gefälltes Urteil über einen Menschen nie revidieren. Sie bleiben auf der Strecke stehen und bewegen sich nicht einen Schritt nach rechts oder links, gehen den Weg nicht weiter. Fehler und schlechte Erfahrungen sind das lehrreichste für einen Menschen und dem gehen sie k-o-n-s-e-q-u-e-n-t aus dem Weg. Aus Angst davor?

Ich propagiere hier keine "Fähnchen-im-Winde-Mentalität", aber verurteile  absolut verbohrte Konsequenz mit dem guten Nietzsche "Überzeugungen sind schlimmere Feinde der Wahrheit als Lügen".  

10.11.07 17:45, kommentieren

Schuldbekenntniss

Ich bekenne mich hiermit schuldig, ein großer Egoist zu sein.

Ich bekenne mich schuldig dazu, dass der wichtigste Mensch in meinem Leben ich selbst bin. Ich tue nur was ich will, ungeachtet der Möglichkeit andere vor den Kopf zu stoßen, ihnen weh zu tun oder irgendwelche archaischen Verhaltensnormen zu überschreiten. Ich kann anderen nur schwer einen Gefallen tun oder ihnen zur Liebe etwas tun, wozu ich eigentlich keine Lust habe. Ich kann mich nicht unterordnen und nicht anpassen, weil es dann nicht nach meinem Willen geht. Aus selbigem Grund hasse ich es, etwas zu müssen.

Ich denke in erster Linie immer an mich selbst. Ich kritisiere gerne andere Leute, vertrage selbst aber nicht den kleinsten Funken Kritik, weil ich es sofort als Angriff, als Fremdbestimmung auffasse. Ich versaue anderen gern den Abend durch meine Launen und tue nur selten, was andere wollen, erwarte aber, dass mir keiner mit seinen Launen auf die Nerven geht und alle tun, was ich will.

Ich bekenne mich schuldig, ein selbstverliebter, dickköpfiger Egoist zu sein. Ich bekenne mich aber nicht schuldig, ein schlechter Mensch zu sein, denn ICH kann gut damit leben ein Egoist zu sein, wenn jemand damit nicht klar kommt - nun, nicht mein Problem.  

10.11.07 17:02, kommentieren

Ich hasse euch alle

Ich hasse euch alle - ja, ich weiß ein ausgelutschter T-shirt Spruch. Aber es ist so wahr in diesem Moment.
Ich hasse diejenigen, die ich für meine Freunde hielt und die nicht meine Freunde waren, sondern mich nur ficken wollten.  Da erzählt man dann mal schön, wie anders ich doch sei, wie besonders und dass sie ja merken würden, dass ich viel mehr zu sagen hätte als ich sage und weiter schleimiger Kram. Meinen die ich fall darauf rein? Ach ja, wie konnte ich vergessen: Frauen haben ja keinen IQ. Frauen denken nicht. Dafür sind Frauen ja auch gar nicht da, sie sollen ja nur die Beine breit machen. Und meinen sie weiter, wenn sie mit ihrem Gesülze fertig bin, hat mich das unglaublich scharf gemacht und ich werde mich auf sie stürzen oder auf Knien vor ihnen liegen? Für wie dumm halten die mich eigentlich? Ich finde es einfach nur wahnsinnig enttäuschend, nervig und ekelhaft. Ich hasse sie!
Ich hasse ebenfalls Menschen, die mir nur weil sie mit einem Überschuss der Gene für Bravsein und Normalität ausgestattet sind, vorwerfen ich sei böse, verrückt, dreist und was es sonst noch für schlechte Eigenschaften für die Abnormalitäten dieser Welt gibt.  Ich hasse sie!
Ich hasse Menschen, die in purer Arroganz meinen, immer alles besser zu wissen und mir stets den rechten Weg weisen zu müssen. Weil ich ja nix weiter als naiv und dumm bin und so wie so von nix Ahnung haben. Ich hasse noch mehr, dass diese Menschen mir Prinzipienlosigkeit vorwerfen und selbst nicht besser sind, was sie natürlich nie zugeben würden, denn sie müssen ja für sich ihre Utopie aufrechterhalten, unfehlbar zu sein. Ich hasse sie! ( Nebenbei bemerkt, halte ich nix von Prinzipien. Prinzipien sind überflüssig, weil einsperrend.)
Ich hasse das Gerede von meinem Erzeuger darüber, dass ich mich erwachsen benehmen müsse, wo ich doch nun bald schon 20 sei. Na und? Das ist nichts weiter als eine Zahl auf dem Papier. Ich müsse mich fügen, erwachsen werden, mich dem System beugen und den Erwartungen der Gesellschaft gerecht werden. Was nichts weiter heißt, als endlich seinen Traum von der Tussi  als Tochter zu erfüllen. Tja, es muss schlimm sein, wenn man nur ein Kind hat und dass dann so dermaßen anders ist, als man es sich immer erträumt hat. Ich hasse ihn!
Ich hasse kleine, dumme Jungen, die die Leere in meinem kalten Herz füllen sollen und es nicht verstehen, nicht verstehen wollen oder sich dafür nicht einsetzen lassen wollen. Aber ich habe auch keine Lust diese ganzen Mühen von Treffen, Reden, Gestehen und was es da sonst noch alles gibt - man könnte es vereinfacht auch “flirten” nennen, aber das Wort hasse ich auch - auf mich zu nehmen. Es ist keine Liebe, so wie bei dem, dem das Gedicht “Du” gewidmet ist. Es ist starke Sympathie, mehr nicht. Lieben kann ich nicht mehr. Aber immerhin. Er soll die starke Sympathie erwidern, erfüllen. Er versteht es nicht und ich habe keine Lust mir die Anstrengung zu machen, ihn darauf hinzuweisen. Ich hasse ihn.

Ich hasse euch alle!!!!!!!

3.11.07 02:11, kommentieren

Widersprüchliche Gedankensplitter


Konzentration auf Motivation
Tür zur Realität offenlassen
Plan und Ehrgeiz dringend gesucht
Gefühle unterdrücken
Vergessen, Verdrängen
Lieber alte Wunden aufkratzen
Als Gefahr laufen sich weitere zu holen
Verschwinde aus meinem Kopf
Geh spielen
Langeweile und Spaß daran
Keine Lust wen zu treffen
Sture Ablehnung
Altbekanntes Denkschema
Ich bin nicht fähig mich allein zu retten
Und doch muss ich es
Angeekelt von ihnen
Und sehnsüchtig nach dir
Ganz große Idiotie

1.11.07 23:57, kommentieren

Anarchie im Alltag

Wichtigstes Prinzip, das eigentlich keins ist: Immer nur auf die innere Stimme hören. Ausschließlich. Die einen sagen  tu dies, lass das. Die anderen sagen tu das, lass dies. Du kannst es nie allen recht machen. Und die Frage ist: Wieso solltest du das auch tun? Hauptsache du bist mit dem zufrieden was du tust, kannst es akzeptieren und die Verantwortung für deine Wahl tragen. Wenn du andere Leute vor den Kopf stößt oder sie selbigen über dich schütteln, was soll s?  Es ist dein Leben, über das du frei bestimmen kannst und niemand hat das Recht dazu, zu erwarten dass du so handelst wie er es dir rät oder vorgibt. “Schließe keine Kompromisse, du bist alles was du hast”.  Ein Hoch auf die Impulsivität und Tod irgendwelchen Manieren, Gepflogenheiten oder Verhaltensnormen, geschweige denn Pflichten und Vorschriften. Du allein hast über dein Leben zu bestimmen. Auch wenn s mal daneben geht und andere es besser wussten, irren ist menschlich, aber immerhin trägt dein Weg dann deine eigene Handschrift. Verlaufen gehört dazu, wenn man dabei ist den richtigen Weg zu suchen.

1.11.07 16:47, kommentieren